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Von der Hollerschen Hütte zum „Kunstwerk Carlshütte”

Seit dem 14. Jahrhundert diente das weitläufige Gelände im schleswig-holsteinischen Rendsburg/Büdelsdorf dem Schloss Rendsburg als Versorgungsgut. Mit Gründung der Eisengießerei Carlshütte fand hier ab 1827 die erste Industrieansiedlung der Herzogtümer Schleswig und Holstein statt. Nach der endgültigen Stilllegung des Industriebetriebes im Jahr 1997 erfolgte die Übernahme des Geländes mit seinen gewaltigen Gießereihallen und den historischen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden durch Hans-Julius Ahlmann, Gesellschafter der international tätigen ACO Gruppe.

Seitdem hat sich das Kunstwerk Carlshütte mit seinen unterschiedlichen Spiel- und Präsentationsstätten zu einem besonderen Ort für Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Theater- und Filmvorführungen entwickelt.

Die seit 1999 jährlich in den Sommermonaten stattfindende NordArt gehört zu den bedeutesten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa. Das Ausstellungsgelände umfasst 22.000 qm Gießereihallen der Carlshütte, 400 qm ACO Wagenremise und 80.000 qm Skulpturenpark. Entdecken Sie die NordArt auf dem virtuellen Rundgang.
Seit 2011 ist auch die Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) im Kunstwerk Carlshütte zuhause – in der eigens zum Proben- und Konzertraum umgebauten ACO Thormannhalle, die Platz für 1.200 Zuhörer bietet. NordArt und Festival sind aber nicht nur gute Nachbarn, die beide das weltweite Netzwerk von Künstlern pflegen, sie treiben auch das Crossover von Bildender Kunst und Musik voran. Seit 2015 finden die Konzerte auch in der Carlshütte, mitten in der NordArt, statt.

Geschichte

Die 1827 von Kaufmann Marcus Hartwig Holler (1796-1858) gegründete Carlshütte war das erste Industrieunternehmen in Schleswig und Holstein und das erste Eisenwerk im dänischen Gesamtstaat, zu dem die beiden Herzogtümer gehörten. Schon um 1835 produzierte die Carlshütte unter anderem Öfen, Dampfmaschinen und landwirtschaftliche Gerätschaften. Eine Erinnerung an diese Zeit ist auch die weiße Brücke mit dem gusseisernen Geländer, die noch heute im Skulpturenpark über den Teich an der Blutbuche führt. Sie wurde 1834 in der Carlshütte gegossen. Schon ab 1883 war die Familie Ahlmann zunehmend involviert, zunächst unter der Leitung von Johannes Ahlmann (1851-1939), der den Betrieb auf bis zu 1100 Mitarbeiter im Jahr 1909 ausbaute. Die Carlshütte war damals das größte Eisenwerk Norddeutschlands.

Josef-Severin Ahlmann (1924-2006) startet sein Unternehmen Ahlmann & Co. 1946 mit Bauelementen und Fenstern aus Beton: unter anderem die unter Denkmalschutz stehende Universitätskirche in Kiel, für die ACO die wabenförmigen Fensterelemente aus Beton stellte. Die ersten Entwässerungsrinnen folgten in den 1960er Jahren. In den 1970er Jahren wächst ACO mit der innovativen Polymerbeton-Linienentwässerung ACO DRAIN erstmals über nationale Grenzen hinaus. Heute gehört ACO zu den Weltmarktführern in der Entwässerungstechnik.

Nach dem Tod von Julius Ahlmann 1931 übernahm seine Witwe Käte (1890-1963) die Geschäfte. Käte Ahlmann baute den Betrieb auf zeitweise bis zu 2500 Mitarbeitern aus (1957) und produzierte mit großem Erfolg insbesondere Öfen und emaillierte gusseiserne Badewannen. 1954 gründete sie den „Verband deutscher Unternehmerinnen“ (VdU), dem sie lange als Präsidentin vorstand und wirkte im Vorstand der europäischen Vereinigung „Femmes Chefs d’Entreprises Mondiales“. In dieser Funktion traf sie auf politische Persönlichkeiten ihrer Zeit wie Ludwig Erhard und Theodor Heuss. Anlässlich ihres 70. Geburtstags stiftete sie 1960 das Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf.

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